Die Vorfreude auf den engen Stadtkurs in Baku, dessen Rundenschnitt bei 155 km/h liegt und einen TopSpeed von 250 km/h aufweist, war sehr groß. Groß war auch die Freude beim Grasser Racing Team nach dem Finale der FIA GT Series. Hari Proczyk holte sich mit Teamkollegen Dominik Baumann nicht nur den Laufsieg sondern auch die Vizemeisterschaft in der Pro/Am-Klasse. Baumann komplettierte das gute Abschneiden der Grasser-Piloten mit dem dritten Meisterschaftsrang bei einem Rennen weniger.

Nachdem fast 4 Tonnen Equipment nach Baku geflogen wurden herrschte vor Ort ein wenig Chaos. Da die Strecke noch nicht fertig war konnte kein Training pünktlich gestartet werden. Das Zeitfenster für Trainings und Qualifying wurde dadurch von 1 Tag auf 4 Stunden verkürzt. Mit dem Setup in den Trainings griff man etwas daneben und war mit den Startplätzen 20 und 22 natürlich nicht zufrieden. Bis spät in die Nacht suchte man eine Lösung, baute den Lamborghini Gallardo komplett um und ging mit dem Setup in eine andere Richtung. Zeit zum Probieren gab es keine für die Grasser- Mannschaft, denn das so wichtige Warmup wurde wegen Problemen auf der Strecke gestrichen.

Im Qualy-Race gelang beiden Grasser Lamborghinis ein sehr guter Start und machten kontinuierlich Plätze gut. Mit einem sensationellen Boxenstopp von nur 21 Sekunden wurde der Proczyk/Baumann-Lambo abgefertigt. Baumann wollte sich in seiner Outlap vor einem Pulk einreihen, rutschte dabei aber auf einer noch feuchten Stelle so unglücklich aus, dass er in einen Reifenstapel einschlug und sich von dieser Stelle nicht mehr selbständig befreien konnte. Der zweite Lambo von Stefan Rosina und Filip Sladecka lag bereits auf Rang 13 als die Rennleitung zu Unrecht die orange-schwarze Flagge zeigte und damit deren Rennen zerstörte.

Das Hauptrennen mussten die Grasser-Lambos von den Startplätzen 21 und 23 aus in Angriff nehmen. Baumann fuhr eine sensationelle erste Runde und kam bereits auf Position 12 liegend aus den Straßen von Baku zurück. Ein solider Boxenstopp und ein fehlerfreier Stint von Proczyk bedeutete den 5. Gesamtrang und somit das oberste Treppchen in der Pro/Am-Wertung. Als Draufgabe kam der zweite Lambo von Rosina/Sladecka auf Position 6 ins Ziel und sorgte damit für eine einmalige Teamleistung.

Das Team ist stolz in den Ergebnislisten vor den arrivierten Teams wie Boutsen, WRT oder Phoenix zu stehen. „Das wahrscheinlich hochkarätigste besetzte GT-Rennen in diesem Jahr so zu beenden ist auf jeden Fall ein wunderbarer Saisonabschluß, auf den ich mit meiner ganzen Mannschaft mächtig stolz bin“, so Teamchef Gottfried Grasser.

Dass es für Hari Proczyk nur um drei Punkte nicht zum Titelgewinn reichte tut der Euphorie keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Man blickt zurück auf eine Saison, die alle Erwartungen übertroffen hat. Es gab 2013 keinen einzigen technischen Defekt, konnte permanent unter den ersten drei mitfahren, feierte zwei Laufsiege in Zandvoort und Baku, und setzte beim Saisonfinale erstmals zwei Lamborghini Gallardo ein. Aber man blickt auch zuversichtlich nach vorne: Die Vorbereitungen auf eine weitere Saison in der internationalen FIA GT Series laufen bereits auf Hochtouren. Der Aufstieg dabei in die Pro-Meisterschaft sowie permanent zwei Autos an den Start zu bringen setzt sich Teamchef Gottfried Grasser als Aufgabe über die Wintermonate.